Das Berufliche Gymnasium der BBS Idar-Oberstein feierte am 29. August ein halbes Jahrhundert Abitur. Ehemalige kehrten an ihre alte Schule zurück, Erinnerungen wurden lebendig – und neben aller Nostalgie ging es vor allem um die Zukunft der Region.

Idar-Oberstein. 50 Jahre Abitur, zahlreiche Abschlussjahrgänge und unzählige Lebenswege: Mit einer großen Jubiläumsfeier blickte das Berufliche Gymnasium der BBS Idar-Oberstein am 29. August auf ein halbes Jahrhundert Schulgeschichte zurück. Seit 1976 haben hier Generationen junger Menschen ihre Hochschulreife erworben. Zum Jubiläum führte der Weg zahlreiche Ehemalige zurück an den Ort, an dem für viele ein wichtiger Abschnitt ihres Lebens begann.

Schulleiter Markus Müller begrüßte die Gäste und eröffnete einen Abend, bei dem vor allem die Menschen im Mittelpunkt standen, die die Schule geprägt haben und von ihr geprägt wurden.

Wie eng Schule und persönliche Lebensgeschichte miteinander verbunden sein können, zeigten Studienrätin Stephanie Jakobs, Abiturjahrgang 2013, und Oberstudienrat Mario Passannante, Abiturjahrgang 2006. Beide saßen einst selbst als Schüler in den Klassenräumen – heute stehen sie dort auf der anderen Seite des Pults. Mit viel Selbstironie erinnerten sie an ihre eigene Schulzeit und an eine Welt, in der es noch kein WLAN gab, das ausfallen konnte, und die „Cloud“ schlicht etwas am Himmel war.

Ein Leuchtturm für die Region

Neben den persönlichen Erinnerungen spielte die Verbundenheit mit der Region eine zentrale Rolle. Miroslaw Kowalski, Landrat des Nationalparklandkreises Birkenfeld und selbst ehemaliger Lehrer, sicherte der Schule seine Unterstützung zu und bezeichnete sie als einen Leuchtturm in der Bildungslandschaft des Landkreises.

Diesen Gedanken griff Jörg Wagner, Vorstand der Raiffeisenbank „Nahe“ eG, in seinem Festvortrag zum Thema „Regionalität“ auf. Als ehemaliger Abiturient berichtete auch er vom Einfluss der Schule auf seinen Lebensweg. Seine Botschaft richtete sich vor allem nach vorne: Heimat müsse von den Menschen selbst gestaltet werden. Wagner appellierte an die Gäste, Geschäfte und Unternehmen vor Ort zu unterstützen und sich nicht darauf zu beschränken, über das zu klagen, was in der Region nicht funktioniere.

So wurde aus dem Schuljubiläum zugleich ein Plädoyer für regionale Verantwortung: Bildung, Wirtschaft und gesellschaftliches Engagement müssen zusammenspielen, damit die Region auch für kommende Generationen attraktiv bleibt.

Eine Schule lebt von ihren Menschen

Was von Schulzeit bleibt, zeigte sich auch abseits der Bühne. Bei Schulführungen konnten Ehemalige vertraute Räume wiederentdecken, Veränderungen bestaunen und Erinnerungen austauschen. Bei Essen und Getränken blieb anschließend viel Zeit für Begegnungen und Gespräche.

Musikalisch führte das Jubiläum ebenfalls durch die Jahrzehnte: Natalia Schinhofen erinnerte mit einem Medley an die Hits des Jahres 1976, Martin Hahnfeld holte mit „Wackelkontakt“ das Jahr 2025 auf die Bühne, und das Improvisationstheater Subito! sorgte für weitere Unterhaltung.

1976 begann die Geschichte des Abiturs am Beruflichen Gymnasium in Idar-Oberstein. 50 Jahre später zeigt sich: Vieles hat sich verändert – geblieben ist die Schule als ein Ort, an dem Lebenswege beginnen, Erinnerungen entstehen und Generationen miteinander verbunden werden.