Wirtschaftsgymnasium entlässt 38 Abiturienten ins Leben

Die gesamte Abitur-Jahrgangsstufe

Die Klasse BGY12a

Die Klasse BGY12b

Studiendirektor Manfred Dory und Dieter Nehring vom Förderverein der Schule überreichten die Bestpreise an die Schüler Erik Weimer, Leonie Lynn Drechsel, Julia Igonkin und Leonhard Pehlke.

Oberstudiendirektor Fred Mildenberger überreichte 38 Abiturienten des Wirtschafts-gymnasiums am Freitag die Zeugnisse der allgemeinen Hochschulreife. „The Economies“ hatten die Abiturfeier im Foyer der Berufsbildenden Schule Wirtschaft zuvor mit den Titeln „Radioactive“ und „Imagine Dragons“ musikalisch eröffnet.

In seiner Begrüßungsrede befasste sich der Schulleiter mit der Überflussgesellschaft in der viele Deutsche leben; auch eine Vielzahl der heute ausgezeichneten Abiturienten. „Sie gehören zu den Millenials, zu der Generation, die mit Smartphone und Facebook aufgewachsen ist, zu den Menschen, denen es sehr gut geht“ begann er seine kritischen Ausführungen. Das Leben im Überfluss beleuchtete Mildenberger zunächst im Rahmen der Ernährung. Laut Verbraucherschutz-ministerium sei die Mehrheit der deutschen Männer und Frauen übergewichtig. Mehr als 80 Kilogramm Lebensmittel pro Jahr schmeißt ein Bundesbürger achtlos weg.
Im Gesundheitswesen konstatierte der Schulleiter eine hohe Anspruchshaltung der Deutschen. In keinem anderen europäischen Land gingen die Menschen so häufig zum Arzt. Besorgniserregend sei auch das Konsumverhalten. Gekauft würden immer mehr Dinge, die man nicht braucht.
„Ein Umdenken würde uns zuweilen gut tun, auch etwas mehr natürliche Bescheidenheit“ forderte er zum Ende seiner Begrüßung.

Mit einem weiteren Musikbeitrag leitete Natalia Schinhofen (Gesang und Klavier) zur Ansprache der Studienräte Marc-Steffen Risch und Claudius Nagel über.

Die Fachlehrer für Datenverarbeitung beglückwünschten die frischgebackenen Abiturienten zur bestandenen Hochschulreifeprüfung.
Im ersten Teil der Abiturrede konfrontierte Marc-Steffen Risch die Absolventen mit einem „magischen Bankkonto“. Auf diesem Konto würden dem Inhaber an jedem Tag 86.400 Euro gutgeschrieben werden. Der Betrag sei täglich auszugegeben und kann nicht gespart werden. „Wer möchte nicht gerne Inhaber eines solchen Kontos sein?“ fragte Risch. „Es gibt zwar keine Bank, die Ihnen ein solches Konto schenkt, jeder von uns besitzt aber ein solches magisches Konto über 86.400 – nicht in Euro – aber in Sekunden!“ klärte er die verwunderten Zuhörer auf. Er wünschte den Abiturienten, dass Sie ihre täglichen 86.400 Sekunden auch in Zukunft sinnvoll nutzen mögen und hart an der Verwirklichung der eigenen Träume arbeiten.

Studienrat Claudius Nagel nahm die Metapher des Bankkontos auf und blickte im zweiten Teil der Ansprache zurück auf die vergangenen 13 Schuljahre oder eben auf 409.968.000 Sekunden. Die Aneignung von Bildung sei das Ziel gewesen, aber woran würden sich die Absolventen erinnern. Nicht die fachlichen Inhalte würden genannt sondern vielmehr emotional behaftete Erinnerungen an besondere Ereignisse, Situationen und Menschen. Dies sei das Ergebnis einer kleinen – nicht repräsentativen – Umfrage des Redners unter den heutigen Absolventen.

Auch wenn es Ihnen in Ihrer Erinnerung nicht immer ständig präsent ist, haben Sie in Ihrer Schulzeit durchaus ein nicht unerhebliches Maß an Fachkompetenz und Fachwissen erworben“ stellte Nagel fest. Die Schule sei auch an der Entwicklung der Selbstkompetenz beteiligt gewesen. Selbstverantwortung, Zielstrebigkeit, Disziplin und Durchhaltevermögen hätten die Abiturienten in den zurückliegenden Jahren bewiesen und dies sei letztlich der Schlüssel zum erfolgreichen Projekt Abitur 2015 gewesen. „Sie haben sich von Personen zu Persönlichkeiten entwickelt und können zu Recht stolz auf sich sein“ bilanziert Claudius Nagel abschließend.

Die Kursleiter Oliver Löw und Rosemarie Schneider-Pillny gaben anschließend mit dem Schulleiter die Reifezeugnisse aus.

Studiendirektor Manfred Dory und Dieter Nehring vom Förderverein der Schule überreichten Erik Weimer den Buchpreis des Ministeriums. Leonie Lynn Drechsel und Julia Igonkin wurden ebenfalls für sehr gute schulische Leistungen ausgezeichnet. Der Preis der Deutschen Physikalischen Gesellschaft ging an Erik Weimer. Für besonders gute sportliche Leistungen wurde Leonhard Pehlke mit der Pierre-de-Coubertin-Medaille des Landessportbundes ausgezeichnet.

„The Economies“ beendeten mit „Get Lucky“ und „Daft Punk“, dargeboten von Sophie Falmann (Gitarre), Joshua Lorentz (Keyboard) und Lukas Klein (Schlagzeug), eine musikalisch anspruchsvoll gestaltete Abschlussfeier.
Beim anschließenden Abiturball in Sensweiler feierten die Abiturienten zusammen mit Lehrern, Eltern, Verwandten und Freunden bei gutem Essen und einem kreativen Bühnenprogramm.