Tschechische Praktikanten sammeln Eindrücke

Die tschechischen Praktikanten beim Sonntagsausflug zur Wildenburg

Einig in Bezug auf die Wichtigkeit des europäischen Gedankens für die Jugend. Im Finanzamt v. l.: Vorsteher RD Jost Löns, Alischa Köhler, Tereza Zemkova, die Lehrerkräfte Věra Večerková und Michael Pelke , Geschäftsstellenleiter Stephan Müller

Insgesamt sieben tschechische Praktikanten der Wirtschaftsakademie Pribram (Mittelböhmen) absolvierten ein Praktikum in Idar-Oberstein und Umgebung. Dabei wurden sie zum Teil von Wirtschaftsgymnasiasten der Berufsbildenden Schule Wirtschaft begleitet und konnten so die sprachlichen Schwierigkeiten mit Gleichaltrigen etwas leichter beheben.

In den zwei Wochen, die von dem europäischen Bildungsprogramm „Erasmus +“ finanziert wurden, standen nicht nur fachliche, sondern auch so genannte „interkulturelle“ Kompetenzen im Vordergrund. Die Förderung von Selbstständigkeit bei der Bewältigung alltäglicher Aufgaben und der Kontakt mit der deutschen Berufswelt haben erneut bei dem Praktikantenaustausch das Selbstbewusstsein der Schüler gesteigert. Im Globus Handelshof, Globus Baumarkt, im Finanzamt Idar-Oberstein, im Edelsteinmuseum und im Schreibwarengeschäft Carl Schmidt wurden die Anpassungsfähigkeit der Praktikanten sowie ihr Auftreten sehr gelobt.

Allerdings gab es dieses Jahr einen Unterschied zu den früheren Praktikantengruppen, der auf deutscher Seite zum Teil mit Erstaunen aufgenommen wurde: zum ersten Mal gab es in Tschechien bei den Eltern der Schüler größere Bedenken, einem zweiwöchigen Auslandsaufenthalt zuzustimmen.

Auf Nachfrage bei der begleitenden Lehrerin Věra Večerková erfuhr man, dass dies an der Berichterstattung über die Ereignisse (Köln, Flüchtlingssituation…) in Deutschland läge.

Umso wichtiger war es, dass die sieben Schüler sich selbst ein Bild vom Alltagsleben machen konnten. Ergänzend zur Berufswelterfahrung standen deshalb auch Freizeitaktivitäten wie die Fahrt nach Frankfurt, Besuche der Wildenburg, des Steinkaulenbergs und der Weiherschleife auf dem Programm. Sie fühlten sich in der Jugendherberge Idar-Oberstein sehr wohl und das Wetter erlaubte sogar das Grillen des obligatorischen Spießbratens bei einer deutschen Familie. Alle sieben waren sich darin einig, wieder nach Idar-Oberstein kommen zu wollen, falls wieder ein Projekt ansteht.

Sie werden ihre Eindrücke auch an ihrer Schule weitergeben, so dass in den nächsten Jahren wieder mit einem großen Interesse an den Auslandpraktika in Deutschland gerechnet werden kann. Die Berufsbildende Schule Wirtschaft Idar-Oberstein unterstützt diese Auslandsaufenthalte und strebt ebenfalls an, jährlich mindestens 24 Schülern in verschiedenen Ländern Europas über das Erasmusprogramm ein Praktikum ermöglichen zu können.