Theo Schmich liest an der Berufsbildenden Schule Wirtschaft

Interessiert folgten die Schüler des Wirtschaftsgymnasiums an der Berufsbildenden Schule Wirtschaft Idar-Oberstein den Ausführungen des Autors Theo Schmich, der extra aus Essen angereist war.

„Es ist schon ein anderes Gefühl, wenn der Autor selbst seinen Text vorträgt, als wenn man ihn so einfach im Schulbuch vor sich hat!“, so ein Schüler des beruflichen Gymnasiums der Berufsbildenden Schule Wirtschaft Idar-Oberstein nach der Lesung von Theo Schmich. Dieser war extra von Essen angereist, um vor knapp 70 Schülerinnen und Schülern nicht nur aus seinen Werken vorzulesen, sondern auch über seine Methoden des Schreibens und den Aussichten auf Veröffentlichung zu berichten.

Mit Unterstützung des Fördervereins der Schule hatte Schulleiter Fred Mildenberger dieses Projekt realisieren können. Er schreibe immer noch sehr gerne, auch wenn es bedauerlicherweise für viele Literaturwettbewerbe mittlerweile eine Altersbeschränkung von 35 Jahren gebe, die er mit seinen 79 längst überschritten habe, schmunzelt der Autor.

Schmichs Kurzgeschichten sind in zahlreichen Schulbüchern zu finden und dienen gerne zu Prüfungszwecken. Besonders gespannt war man darauf, „Geier“ zu hören. Mit dieser Geschichte, die von Mobbing, Neid und Missgunst handelt, hatte man sich mit der Deutschlehrerin Natalia Schinhofen kritisch auseinandergesetzt und auch über Schmichs angegebene Internetadresse um Interpretationshilfe gebeten. Auch seine anderen Texte passten zum Profil der Berufsbildenden Schule Wirtschaft; handeln sie doch allesamt von Themen aus der Arbeits- und Berufswelt.

Auf die Frage eines Schülers, inwiefern autobiographische Züge in seine Erzählungen einfließen würden, reagiert er nachdenklich. Den Zusammenbruch eines Kollegen, dem „Harold“ der Geschichte, habe er tatsächlich in seiner Abteilung erleben müssen. Kurzgeschichten würden leider nicht mehr nachgefragt. In den 60er, 70er Jahren kam man mit dem „Abliefern“ dagegen kaum noch nach und träumte sogar davon, allein von der Schriftstellerei leben zu können, doch dazu war Chemie-Ingenieur Schmich dann doch zu realistisch.

Zurzeit schreibe er „schräge Balladen“, wie er es nennt. Dazu lasse er zahlreiche Sätze, die er sorgfältig an seine Regale heftet, manchmal tagelang auf sich wirken, bis ihm ein inspirierender Gedanke komme, so der Autor im Vorgespräch. Das sei manchmal sehr mühselig, aber meist habe das Unterbewusstsein „irgendwann etwas anzubieten“. Heiter wird es gegen Ende der Veranstaltung, als Schmich über seine Liebe zu Haiku, für die er 2013 in Thionville ausgezeichnet worden ist, zu sprechen kommt. Diese schlichten Dreizeiler, die nach den Fragen „Wo, Was, Wann“ eine behutsame Momentaufnahme ausdrücken, üben auf ihn eine besondere Faszination aus, und während er sich die Stadt anschaute, sei ihm sogleich folgendes Haiku in den Sinn gekommen:

In Idar-Oberstein
scheint die Sonne –
die Touristen schwärmen.

Gerne komme er wieder. Er habe sich an dieser Schule sehr wohlgefühlt.

Lesen Sie diesbezüglich auch die Berichterstattungen der lokalen Zeitungen.