Jugendoffizier an BBS Wirtschaft

„Wenn man nicht miteinander spricht, kann man keine Kriege verhindern!“

Schülerinnen und Schüler der Höheren Berufsfachschule der Berufsbildenden Schule Wirtschaft Idar-Oberstein hatten am Montag die Gelegenheit, aus „Erster Hand“ Antworten auf brennende sicherheitspolitische Fragen zu erhalten.

Aufmerksam geworden war deren Sozialkundelehrerin Natalia Schinhofen auf ein Angebot des Jugendoffiziers Andreas Mertens, in dem es hieß, man werde erklären, inwiefern sich scheinbar ferne Krisen auch auf unsere Sicherheit direkt oder indirekt auswirken können.

Und das war einigen Schülern im Vorfeld nicht plausibel gewesen. Man hatte sich mit der Bundeswehr intensiv auseinandergesetzt und konnte auch den ursprünglichen Auftrag, ausschließlich den der Verteidigung, falls Deutschland von außen angegriffen würde, gut nachvollziehen.

Als jedoch ein Schüler während der Unterrichtsreihe eher lapidar meinte, unsere Demokratie habe doch nichts mit Afghanistan zu tun und die Al-Kaida sei weit weg, pflichteten die meisten ihm bei.

Schulleiter Fred Mildenberger begrüßte daher die Idee, Mertens einzuladen, um die Sicherheitspolitik der Bundesrepublik Deutschland genauer zu erläutern. In 90 Minuten vermittelte er schülernah, kritisch und auch da, wo es sich anbot, humorvoll, warum es unsere „Streitkräfte“ überhaupt gibt und welche zentralen Aufgaben sie wahrnehmen.

Man helfe anderen Ländern, trage Verantwortung und kooperiere mit anderen Partnerländern erfolgreich außerhalb Deutschlands gegen Piraterie und Völkermord. Gerade in einer zusammenwachsenden Welt gehe es um unsere Freiheit und wir als Europäer seien durchaus betroffen, weil beispielsweise ein Land wie Mali nur eine Staatsgrenze vom Mittelmeer entfernt sei und unsere Art zu leben durchaus bedrohe. Natürlich gehe es auch um wirtschaftliche Interessen.

Der Terrorismus stelle eine globale Bedrohung dar und verlange eine geschlossene internationale Zusammenarbeit. Er richte sich nämlich gezielt gegen unsere westliche Welt und die Grundlagen unserer Gesellschaft.

Auf einer Karte konnten die Schüler sehen, dass es momentan nahezu überall auf der Welt kriselt.

Man dürfe nicht wegschauen oder sich in Sicherheit wiegen, wenn ein Land wie die Türkei von Syrien bedroht sei. Durch unterschiedliche Bündnissysteme könnte auch die Bundeswehr schnell involviert sein und durch den Bundestag in eine Krisenregion geschickt werden.

Auch deutsche Soldaten sind schon gefallen im Kampf um Freiheit und Gerechtigkeit, und wenn man womöglich dieses Jahr das Mandat in Afghanistan beenden würde, was hätte deren Tod, der Tod von 55 Soldaten allein in Afghanistan, für einen Sinn gehabt? Von den über 100 anderen deutschen Soldatinnen und Soldaten in sonstigen Krisenregionen der Welt ganz zu schweigen.

Ja, auch das Thema „Frauen bei der Bundeswehr“ kam an der Berufsbildenden Schule Wirtschaft zur Sprache, wobei einige Schüler ihrer Skepsis Ausdruck verliehen. Auch diese Tatsache sei mittlerweile zur Normalität geworden und man verfüge über sehr kompetente Frauen- auch als Führungskräfte.

Es sind viele Aufgaben, denen sich die Bundeswehr nach dem Mauerfall und dem Ende des Kalten Krieges stellen muss, dabei stehe der Wille für Freiheit und Menschenrechte überall in der Welt einzutreten ganz oben.

Lesen Sie diesbezüglich auch die Berichterstattungen der lokalen Zeitungen.