Gemeinsame Geschichte – gemeinsame Freundschaft? Verdun – ein Ort des Gedenkens

Unter diesem Motto stand die diesjährige Studienfahrt der beiden Abschlussklassen BGYTG 15 A und B des Beruflichen Gymnasiums der BBS Idar-Oberstein (Harald-Fissler-Schule) Anfang April. Dreißig Schüler machten sich zusammen mit ihren beiden Geschichtslehrerinnen Tanja Lamberti-Schmitt und Alexandra Leisenheimer unter der fachkundigen Führung von Lars Limbach (Realschule plus Daaden) auf den Weg ins benachbarte Frankreich nach Verdun. Den ersten Stopp legte man am deutschen Soldatenfriedhof in Hautecourt ein, wo die Schüler Gelegenheit erhielten, Blumen auf den Soldatengräbern niederzulegen und nach eigenen Verwandten zu forschen. Durch das Beispiel des Soldaten Matthäus K. erhielten die vielen namenlosen Soldaten ein Gesicht, das auch dem eigenen Urgroßvater hätte gehören können. In dem völlig zerstörten und nicht wieder aufgebauten Dorf Fleury konnten die Abiturienten einerseits die Zerstörungskraft des Krieges nachempfinden, andererseits am Fuß der Europa bei der Kirche aber auch die Bedeutung des europäischen Gedankens und die Rolle der deutsch-französischen Freundschaft als Motor der europäischen Einigung begreifen. Diese Eindrücke ließen sich im Detail im benachbarten Memorial (Museum) vertiefen. Nach einer kurzen Mittagspause ging es zum französischen Nationalfriedhof und dem dazu gehörenden Beinhaus. Der Anblick der zahlreichen menschlichen Überreste ließ manchen sonst lebhaften Schüler verstummen und nachdenklich werden. Auch hier wurden zum Gedenken an das grausame Geschehen und die gefallenen Soldaten zum Zeichen der Verbundenheit Blumen auf den Gräbern niedergelegt. Der nächste Programmpunkt bestand im Besuch der Festung Vaux, die man unter der fachkundigen Führung von Lars Limbach erschloss. Man bekam als Jugendlicher des Jahres 2018 eine ungefähre Ahnung, wie die Soldaten sich 1916 dort gefühlt haben mussten. Die Kälte und die räumliche Enge ließen eine realistische Vorstellung davon aufkommen, wie das Soldatenleben ausgesehen haben könnte. Zum Abschluss besuchte man die Stadt Verdun selbst. Hier konnten die Schüler nach einem informationsreichen Tag noch eigene Erkundungen anstellen, was jeder auf seine Weise tat, bevor es auf die Heimfahrt nach Idar-Oberstein ging.