Eine nicht alltägliche Klassenfahrt

Betriebsbesichtigung der irischen Zweigniederlassung des internationalen Konzernriesen Google, initiiert durch die ehemalige Idar-Obersteiner Wirtschaftsgymnasiastin und jetzigen Google-Mitarbeiterin Sophie Emmerich.

Die Klassenfahrt vom 30.03.14 bis 04.04.14 nach Dublin war eine gute Gelegenheit, für die Schülerinnen und Schüler der Sprachkurse BGY 11b und 12c des Wirtschaftsgymnasiums der Berufsbildenden Schule Wirtschaft Idar-Oberstein ihre erworbenen Englischkenntnisse im Praxistest auf die Probe zu stellen.

Nicht alltäglich war das traditionell irische Frühstück mit Speck, Bohnen und Ei, welches die die Schülerinnen und Schüler jeden Morgen begrüßte. Ebenso der überall und zu jeder Zeit kostenfreie WLAN - Empfang, den ihnen die Hauptstadt zur Verfügung stellte.

Zu den ersten Ausflugszielen der Klassen gehörte das Trinity College im Zentrum Dublins, welches zu den ältesten Colleges Irlands zählt. Auf dem Universitätsgelände gab es eine Ausstellung zu dem bekannten „Book of Kells“ und die beeindruckend umfangreiche Bibliothek zu bestaunen. Die nahe gelegene Halbinsel Howth verschaffte den Schülern der Berufsbildenden Schule Wirtschaft Idar-Oberstein zum ersten Mal ein typisch irisches Gefühl. Raues Seewetter an der steinigen Küste, kleine Häuser, die grünen Wiesen und die sich aneinander reihenden Pubs verschafften geradezu klischeehafte Eindrücke.

Es folgte eine Betriebsbesichtigung der ganz besonderen Art, eine private Führung durch die Zweigniederlassung des internationalen Konzernriesens Google, initiiert durch die ehemalige Idar-Obersteiner Wirtschaftsgymnasiastin und jetzigen Google-Mitarbeiterin Sophie Emmerich. Bereits der Eingangsbereich sorgte für allgemeines Erstaunen. Statt des üblichen Empfangstresens erwartete die Klassen hier ein übergroßes Abbild des allseits bekannten bunten Logos der Suchmaschine. Nach einer kurzen Vorstellung dreier Google-Mitarbeiterinnen geleiteten diese die Schülerinnen und Schüler in Gruppen durch das rege Treiben direkt in die oberste Etage des Hochhauses. Dieses bot, als Dublins höchstes Gebäude, einen atemberaubenden Panoramablick auf die ganze Stadt und darüber hinaus. Doch auch das Innere des Stockwerks begeisterte die angehenden Abiturienten und Abiturientinnen des Wirtschaftsgymnasiums: von den üblichen tristen Büroausstattungen, die man für gewöhnlich in Betrieben antrifft, fehlt hier jede Spur. Stattdessen wird schnell klar, dass das Onlineunternehmen nicht nur im Netz Wert auf kreatives und innovatives Design legt. So entdeckten die Gruppen beispielsweise eine mit Schaukeln ausgestattete Küche in Etage 6, die ganz im Urwaldstil eingerichtet ist.

Doch nicht nur in Äußerlichkeiten erkannten sie  Unterschiede zu dem gewohnten deutschen Bild eines Unternehmens. „Die Arbeitsatmosphäre hier wirkt total harmonisch und entspannt.  In so einem Unternehmen zu arbeiten würde mir wirklich Spaß machen.“ erklärt Sophie Meng, eine der Schülerinnen. Während der gesamten Führung durften von Seiten der Schüler Fragen gestellt werden. Diese richteten sich vor allem auf die täglichen Aufgaben der Google-Mitarbeiterinnen sowie deren schulischen Werdegang. An diesem Abend hatten die Jugendlichen außerdem noch die Gelegenheit, sich mit der ehemaligen Idar-Obersteiner Wirtschaftsgymnasiastin über Themen wie das Auslandsstudium und das Arbeiten in Irland zu unterhalten.

Durch einen Tagesausflug zum Hill of Tara erhielten die Schülerinnen und Schülern einen weiteren Einblick in die ländlichere Region Irlands. Das Hauptziel des Ausflugs war das beeindruckende Weltkulturerbe „Newgrange“, ein neusteinzeitlicher Grabhügel, der schon seit mehr als 5000 Jahren dem nass kalten irischen Wetter trotzt. Besonders erstaunlich waren die sehr gut erhaltenen, im Stein verewigten keltischen Symbole, denen bis heute noch keine genaue Bedeutung zugeordnet werden konnte. Die Grabstätte wurde in kleine Gruppen auch von nahem besichtigt und sogar begangen.

Nicht alltäglich war sicherlich auch das Windhundrennen im Shelbourne Greyhound Stadium, wobei zur Verwunderung aller auch Kleinkinder Wetten setzen dürfen. Die Klassenfahrt endete mit einem Besuch im Dubliner Zoo, der durch seine liebevoll hergerichteten Gehege mit Fokus auf Arterhaltung nicht umsonst Irlands ältester und beliebtester Zoo ist.

Alles in Allem sorgte die Klassenfahrt für einen gelungenen Kontrast zum sonstigen Kleinstadtleben der jungen Heranwachsenden und teilweise sicherlich auch zu einer größeren Wahrnehmung der Chancen und Möglichkeiten im europäischen Raum. Ganz sicherlich hat sie die zwei Klassen der englischen Sprache, der irischen Kultur und nicht zuletzt einander näher gebracht.

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